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Im Aug 2012, als ich in meinem Notquartier wohnte,
geschah es an mehreren Tagen, daß ich kurz nach 22h MESZ
(=21h Sonnenzeit) auf der Wiese vor meinem Fenster einen Schuss hörte.
Das Haus in dem ich mich befand, liegt etwas außerhalb der Ortschaft,
und es war tagsüber nichts Ungewöhnliches, weit entfernt einzelne Schüsse zu hören,
wohl von Jägern. Aber um 22h war es gerade dunkel geworden, so dunkel,
daß man weder einen schwarzen Faden von einem weissen unterscheiden kann,
noch ein Reh von einem Baumstumpf.

Zuerst überlegte ich, ob die Jäger neuerdings vielleicht Nachtsichtgeräte benutzen,
als es aber um 04h MESZ (=03h Echtzeit) wieder einen Schuß gab, und diese Kombination
sich an mehreren Tagen pünktlich wiederholte, und die Schüsse immer ganz nahe klangen,
setzte sich bei mir eine andere Interpretation durch:

Weder faste ich im Ramadan noch esse ich koscher,
aber ich esse kein Fleisch und die Jägerei ist mir reichlich fremd.
Aber für Leute, die im Ramadan tagsüber fasten, sind dies genau die üblichen Essenszeiten:
Sobald es ganz dunkel ist und bevor es wieder hell wird,
bzw im Aug: 3 Std vor und 3 Std nach Mitternacht.
Da mein Notquartier-Zimmer im 2. Stock lag, fühlte ich mich durch diese Schüsse
nicht unmittelbar bedroht, durch die Dachstruktur war es mir auch nicht möglich,
von meinem Fenster aus senkrecht nach unten zu schauen, wäre dies möglich gewesen,
hätte ich mich wohl gefürchtet, es zu tun.

"Uncool" fand ich jedenfalls.  Sehr uncool.

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