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Dies gehört klargestellt:
Der Zivildienst ist Wehrersatzdienst.
Er wurde
1975 geschaffen, einhergehend mit der Anerkennung
der Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen.

In der Europäischen Menschenrechtskonvention heisst es:   (Link)

Artikel 4 – Verbot der Sklaverei und der Zwangsarbeit

1. Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden.
2. Niemand darf gezwungen werden, Zwangs- oder Pflichtarbeit zu verrichten.
3. Nicht als Zwangs- oder Pflichtarbeit im Sinne dieses Artikels gilt
  a. eine Arbeit, die üblicherweise von einer Person verlangt wird,
      der unter den Voraussetzungen des Artikels 5 die Freiheit entzogen 
      oder die bedingt entlassen worden ist; (Anm.: Haftstrafe)
  b. eine Dienstleistung militärischer Art oder eine Dienstleistung,
      die an die Stelle des im Rahmen der Wehrpflicht zu leistenden Dienstes tritt,
      in Ländern, wo die Dienstverweigerung aus Gewissensgründen anerkannt ist;
  c. eine Dienstleistung, die verlangt wird, wenn Notstände oder Katastrophen
      das Leben oder das Wohl der Gemeinschaft bedrohen;
  d. eine Arbeit oder Dienstleistung, die zu den üblichen Bürgerpflichten gehört.


In diesem Sinne halte ich die Diskussion über die Kosten eines
freiwilligen Sozialen Jahres für unzulässig für die Entscheidungsfindung:
Würde der Wehrdienst deshalb beibehalten, weil dadurch der Zivildienst
aufrechterhalten wird, der allerlei alltägliche Leistungen besonders kostengünstig
erbringt, wäre das Ganze als menschenrechtswidrige Zwangsarbeit zu betrachten.

Angeblich wäre das freiwillige Sozialjahr kostenneutral, oder doch etwas teurer?
Verglichen mit vieler anderer Geldverschwendung (
Eurofighter, Bankenrettungen, ..)
sind die diskutierten Unterschiede sicherlich vernachlässigbar bzw
können sie es keinesfalls aufwiegen,
daß durch solche monitäre Begründung der Zwangsverpflichtung
hintenherum die Grundwerte modernen Staatswesens untergraben wären.

Eine Entscheidung für die Beibehaltung der Wehrpflicht ist nur korrekt,
wenn die Vermutung besteht, daß dies für die bessere Form
notwendiger Landesverteidigung sei.

Die Wehrpflicht des billigeren Zivildienstes wegen beizubehalten, ist indiskutabel,
und der Mangel an politischem Grundverständnis, mit dem dies diskutiert wird,
ist schockierend, aber auch bezeichend für das der Thematik zugrundeliegende
Denken
und Empfinden.

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